Ein Frohes neues Jahr 2014
Mittwoch, 1. Januar 2014
Dienstag, 24. Dezember 2013
Bienenprodukte
Die Produktpalette der Bienen wird
oft auf den allseits bekannten Honig reduziert und mit dem Imker
identifiziert. Honig ist sehr vielfältig, in Abhängigkeit der Tracht und
des geernteten Sortenhonig unterscheiden sich die verschiedenen Honige
sehr stark in Farbe, Konsistenz und Geschmack. Gleichzeitig wird der
Honig nicht nur im Glas als Schleuderhonig verkauft sondern auch in der
zwar seltenen aber sehr begehrten Form des Wabenhonigs. Dieser, auch als
Scheibenhonig bekannte, Sonderfall beinhaltet den Honig noch in seiner
ursprünglichen Waben und wird durch den Konsumenten ausgelöffelt.
Die Biene
stellt eine Vielzahl an Produkten bereit, neben der natürlichen
Verwendung können aus diesen auch Weiterverarbeitungen erzeugt werden.Bienenprodukte | Quelle: Waleed Alzuhair / flickr.com
Desweiteren werden von den Biene
bekannte, aber oftmals von den Kunden in einen direkten Zusammenhang
gebrachte, Nebenprodukte erzeugt. Nicht jeder Imker stellt alle diese
Erzeugnisse her oder bietet diese auch seinen Kunden an. Trotzdem wäre
es jedem Bienenwart möglich, ausreichend Zeit und Muße vorausgesetzt,
entsprechende Erzeugnisse von den Bienen zu ernten. Neben dem Wachs,
welches vor allem aus alten Waben, dem Entdecklungswachs und Wildbau
gewonnen wird, ist es das begehrte Propolis welches aus kleinen Ritzen
herausgekratzt oder von den Rähmchen abgeschabt wird, dass bei den
Kunden sehr begehrt ist. Die Reinigung und weitere Verarbeitung des aus
der Heilkunde bekannten Bienenharz ist relativ aufwendig, trotzdem kann
es sich bei ausreichenden Mengen für den einen oder anderen Imker lohnen
dieses oft als Abfallprodukte behandelte Bienenerzeugnis weiter zu
verarbeiten. Ebenfalls sehr bekannt und von vielen als
Nahrungsergänzungsmittel verwendet, ist der Pollen von Blumen und
Bäumen. Die Ernte dieser männlichen Samenzellen der Pflanze ist
ebenfalls sehr aufwendig, da den Bienen am Flugloch durch einen
Pollenkamm der Pollen entnommen wird und anschießend über
Trocknungsverfahren der Pollen haltbar gemacht werden muss.
Weitere direkte Erzeugnisse der Bienen
sind das Gelée Royale, der sogenannte Königinnenfuttersaft, dem eine
verjüngende Wirkung nachgesagt wird. Eine wirtschaftliche Nutzung ist in
Deutschland aufgrund des enormen Zeitbedarfs für die Gewinnung weniger
Milliliter je Bienenvolk, fast unmöglich. Trotzdem besteht eine hohe
Nachfrage nach dem Futter der Weisel, dieser wird dann getrocknet in
Kapseln oder als Beimengung im Honig verkauft. Ebenfalls ein direktes
Erzeugnis ist das Bienengift, das vielfältig in der Medizin bei der
Behandlung von Rheuma und Gelenkschmerzen Anwendung findet. Ein direkter
Verkauf an Endkonsumenten findet in der Regel nicht statt, vielmehr
sind es Kooperationen zwischen Pharmaunternehmen und den Imker, in denen
das Bienengift vertrieben wird. Neben den direkten Erzeugnissen finden
sich auch sehr viele Weiterverarbeitungen der ursprünglichen
Bienenprodukte in Cremes, Salben und Tinkturen. Aber auch die Mischung
mit Alkohol oder direkte Vergärung des Honigs erzeugt neue Produkte wie
zum Beispiel Met, Bärenfang oder Honigessig.
Wirkung auf den menschlichen Organismus
Die Wirkung von Bienenprodukten auf den
menschlichen Organismus hat eine lange Tradition, und dies nicht erst
seit der Verwendung von Hausmittelchen wie Honigmilch gegen Husten und
Schnupfen. Viele Produkte der Bienen helfen dem Menschen in äußerer oder
innerlicher Anwendung sich selbst zu heilen und das Immunsystem auf
natürliche Weise zu stärken. Viele Möglichkeiten der Verwendung von
Naturprodukten wurden durch synthetische Erzeugnisse ersetzt, oftmals im
Glauben, dass diese ein natürliches Produkte nicht gegen so viele
Krankheiten wirken kann. Trotz der in vielen Bereichen nachgewiesenen
Wirkung der Bienenprodukte ist es den Imkern untersagt mit der
Heilwirkung zu werben. Zum Einen sind Imker keine Apotheker oder Ärzte,
die eine Verwendung verschreiben dürfen, zum Anderen ist die
Wirkungsweise und Konzentration der Inhaltsstoffe unter den
verschiedenen Imkern nicht identisch oder reproduzierbar, sodass eine
Dosierungsangabe kaum möglich ist.
Hergestellt von einer Biene
Die verschiedenen Produkte können von
jeder Biene im Volk hergestellt werden, dies ist jeweils vom Stadium im
Lebenszyklus der Biene abhängig. In den ersten Tagen produziert die
Stockbiene im Stadium der Amme den Königinnenfuttersaft, wird dann zur
Baubiene, welche aus ihren kleinen Wachsdrüsen junges Bienenwachs für
den Wabenbau ausschwitzt. Im letzten Stadium der Flugbiene sammelt die
Arbeitsbiene Nektar für den Honig und Pollen für die Aufzucht der Brut.
Bei der Verwendung von Bienenprodukten sollte immer geklärt sein, ob
eventuell eine Allergie des Konsumenten vorliegt. Etwa 1 – 5% der
Bundesbürger kann allergisch auf Pollen und andere Substanzen reagieren.
Freitag, 20. Dezember 2013
Der Kleine Beutenkäfer
Der Kleine Beutenkäfer – in Europa angekommen
| Kurzinfo | |
| Erkrankung / Ursache | Beutenkäfer (Aethina tumida) |
| Nachweis | Mit bloßem Auge zu erkennen |
| Symptomatik | Käfer auf der Bienenbrut; Fraßgänge in den Waben, fauliger Geruch; verwässerter, aus den Waben hinausfließender Honig |
| Behandlung | Anzeigepflichtig (im Falle einer Einschleppung), medikamentöse Behandlung |
Der Käfer vermehrt sich sehr stark in Bienenvölkern. Die sich aus den Eiern entwickelnden Larven fressen Honig, Pollen und Brut und zerstören dabei die Waben.
2004 wurde der Beutenkäfer erstmals auf europäischem Festland, in Portugal, festgestellt, wie von der EU-Kommission am 7. Oktober 2004 bestätigt. Es wird vermutet, dass er per Schiff mit importierten Früchten oder Bienenvölkern übersiedeln konnte.
Befall
Der kleine Beutenkäfer befällt vornehmlich schwache Bienenvölker. Oft stand in den USA in der Vergangenheit ein Beutenkäferbefall in direktem Zusammenhang mit einem vorherigen Varroosebefall. Häufig entwickeln sich Käferpopulationen auch in Vorratslagern und Wachsproduktionen. Mangelnde präventive imkerliche Betriebsweise sowie mangelnde Sorgfalt im Wachsbereich begünstigen einen Befall. Die Höhe des Schadens im befallenen Bienenvolk hängt entscheidend von der Anzahl der eingedrungenen Käfer sowie der Abwehrfähigkeit des Volkes ab. In seltenen Fällen werden auch Hummelvölker befallen.Ernährung
Erwachsene Exemplare des kleinen Beutenkäfers ernähren sich von der Bienenbrut. Die Larven des Parasiten fressen in erster Linie Pollen und Honig. Der Käfer ist jedoch auch außerhalb des Bienenvolkes überlebensfähig und ernährt sich hier von Südfrüchten wie Zuckermelonen, Bananen und Orangen. Erwachsene Käfer können bis zu zwei Wochen ohne Nahrung auskommen. Sie können bis zu 50 Tagen auf Wabenmaterial und mehrere Monate auf Obst überleben.Gestalt
Die Eier des kleinen Beutenkäfer haben eine weißliche Farbe, sind ca. 1,4 mm lang und ¼ mm breit. Dies entspricht ca. ? der Größe von Bieneneiern. Die Gelege, die aus 1-200 Eiern bestehen können sind praktisch überall zu finden, bevorzugt werden sie von den Beutenkäferweibchen jedoch in kleinen Ritzen und Spalten abgelegt.Entwicklung
Jedes Beutenkäferweibchen legt in seinem Leben bis zu 1000 Eier in Form von Eipaketen. Die Ritzen und Spalten, in denen die Gelege abgelegt werden sind oft für Bienen nur schwer zugänglich. Die Larven schlüpfen nach ca. 2-3 Tagen. Nach einer 10 -16tägigen Fressphase wandern sie aus dem Bienenstock und verpuppen sich in der Erde vor der Beute. Nach 3-4 Wochen haben sie ihre Entwicklung beendet und wandern als erwachsener Käfer zurück in den Bienenstock, wo sie bereits eine Woche nach dem Schlupf mit der erneuten Eiablage beginnen können.Verbreitung
Ausgewachsene Beutenkäfer sind gute Flieger und verbreiten sich rasch, um neue Bienenstöcke aufzufinden. Dies kann auf eine Distanz von bis zu 13 km der Fall sein. Die Verbreitung des Käfers kann jedoch nicht nur auf diese aktive Weise erfolgen, sondern auch passiv über imkerliche Bienenwanderung oder Handel mit Bienenvölkern, Wabenmaterial und anderen Waren erfolgen. Da der Käfer auch harte Winter in der Bienentraube überstehen kann, stellt er auch in kälteren klimatischen Zonen eine Bedrohung dar.Geruch
Befallene Bienenvölker sind mit einem typischen, faulen Geruch versehen. Dieser resultiert daraus, dass die Beutenkäferlarven für eine Fermentierung des Honigs sorgen, der zusammen mit ihrem Kot einen solchen Geruch erzeugt. Bei sehr starkem Befall kann dieser Geruch schon vor dem Öffnen der Beute bemerkbar sein.Diagnose
Der Beutenkäfer ist aufgrund seiner Größe gut mit bloßem Auge zu erkennen. Er ist jedoch Lichtscheu und zieht sich bei Gefahr unter sein Exoskelett zusammen. Larven lassen sich bei Erschütterung fallen und Verstecken sich in Spalten und Ritzen. Die Fresslarven findet man im Wabenmaterial der Honigbienen. Sie hinterlassen jedoch im Gegensatz zu den Wachsmotten kein Seidengespinst in ihren Fraßgängen.Bei starkem Käferbefall sind die Honigwaben von Fraßgängen durchsetzt und haben einen fauligen Geruch. Der Honig wirkt verwässert, beginnt zu gären und fließt aus den Waben hinaus. Die Bienenprodukte werden somit ungenießbar.
Vorsorge
Zur Vorbeugung vor Beutenkäferbefall können verschiedene Maßnahmen getroffen werden, die zumindest das Risiko eines Befalls minimieren. Hierzu gehören:- Hygiene am Bienenstand und in den Betriebsräumen
- Sofortiges Schleudern der Honigzargen, sobald diese in den Imkereibetrieb kommen
- Kein Wabentausch zwischen Völkern
- Selektieren auf Putztrieb
- Verlassen von alten Bienenständen bei Befallsverdacht
- Nur starke Völker halten; nicht versuchen, schwache Völker aufrecht zu halten
- Der Bienenstand sollte in der Sonne gehalten werden
- Veränderung der Bienenstandposition alle 3 bis 4 Monate
- Vermeiden von Stress für die Völker
Donnerstag, 19. Dezember 2013
Weihnachtszeit
Die Weihnachtszeit beginnt
Weihnachten nähert sich mit großen Schritten, die Abende werden länger und dunkler. Die Imkerei Böhm bietet wie jedes Jahr zu Weihnachten Kerzen in verschiedenen Formen aus Bienenwachs an.
Fragen Sie einfach bei uns an der Haustür nach! Und wenn Sie dann schon einmal da sind, können Sie gleich noch den Frischen Sommerhonig aus der Schleuderung 2013 probieren.
Weihnachtliche Grüße
Ihre Imkerei Böhm
Die Varroamilbe
In
Südostasien, dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Varroamilbe,
kommt die Östliche Honigbiene sehr gut mit diesem Blutsauger zurecht.
Unsere Honigbiene ist dieser Plage ohne Behandlung durch den Imker
schutzlos ausgeliefert. Doch soll dies nicht so bleiben. Denn die
Wissenschaft und verschiedene Züchterverbände suchen und züchten mit
Eifer Eigenschaften der Honigbiene, die dessen Wehrhaftigkeit gegen die
Varroa stärken - ein viel versprechender Weg, der letztlich die Frage
nach der idealen Behandlungsmethode lösen würde. All die verschiedenen
Methoden und Mittelchen zur Bekämpfung dieser Milbe bräuchte es dann
nicht mehr. Damit würden die ganzen aufwendigen Therapiemaßnahmen
wegfallen und für Biene und Imker viel Erleichterung bringen.
Schauen wir uns die verschiedenen Methoden ein wenig an:
Zu
nennen wären da einmal die Segnungen hiesiger Pharmaunternehmen. Diese
haben dazu geführt, dass Wachs und Honig mit nicht hinnehmbaren,
hartnäckigen Rückständen wie Flumedrin und Coumaphos kontaminiert
wurden. Und nebenbei hat die Milbe mit der Zeit auch gelernt mit diesen
Substanzen zurecht zukommen.
Die
organischen Säuren, die auch in der Bio-Imkerei und inzwischen auch
von den meisten Imkern in Deutschland eingesetzt werden, sind da sicher
vorzuziehen. Die Schwierigkeiten mit der Resistenzbildung und den
Rückständen bestehen hier nicht. Die Vorsicht, die die Handhabung der
Säuren verlangt, ist ja noch hinnehmbar, der Stress für die Bienen aber
auf Dauer nicht. Jeder Imker kann bestätigen, dass die Bienen nicht
immer entzückt auf die Säure-Duschen und -Dämpfe reagieren. Von Seiten
verschiedener Wissenschaftler besteht sogar die Vermutung, die
Abwehrkräfte unsere Bienen könnten auf Dauer durch die Säuren geschwächt
werden.
Die
sanftere Mittel mit ätherischen Ölen als Inhaltsstoffen (Thymol,
Campher, Eukalyptus) sind im Vergleich zu den organischen Säuren in
ihrer Wirkung nicht so effizient und können sich bei unsachgemäßer
Anwendung geschmacklich im Honig bemerkbar machen .
Die
sogenannten „biotechnischen“ Methoden, die ergänzend zu den chemischen
Behandlungen durchgeführt werden, haben auch nicht gerade zur
Erleichterung der Bienenhaltung geführt. Der Umstand, dass sich die
Varroa sich in der Bienenbrut vermehrt und den größten Schaden
verursacht, begründet Empfehlungen wie das Ausschneiden von Drohnenbrut
(hier halten sich die Milben wegen der längeren Entwicklungszeit
besonders gerne auf). Eine wirksame Methode ist auch das Entfernen der
kompletten Brut in verschiedenen Varianten (z.B. Kunstschwarmbildung
oder „Teilen und Behandeln.
Die Wirkung ist frappierend, das Milbenvorkommen im Volk reduziert
sich drastisch, der Aufwand an investierter Zeit und Energie ist aber
auch nicht zu unterschätzen.
Daneben
gibt es noch viele Methoden, welche dem Imker vordergründig vielleicht
plausibel erscheinen, aber bisher keinen Wirknachweis erbringen
können, wie z.B. die Veränderung der Form der Waben, der Beute oder die
Größe der Brutzellen. Teilweise erwachsen hier dann auch Blüten, die
doch eher dem Bereich der Esoterik zuzuordnen sind. So werden dann zum
Beispiel die Völker abhängig von Erdenergien in einer bestimmten Formen
aufgestellt (Siebenstern).
Zusammenfassend
lässt sich auch jeden Fall sagen, dass das Imkern vor dem Aufkommen
der Varroa deutlich weniger aufwendig war. Damit werden wir uns sicher
erst mal abfinden müssen, denn bis unsere Biene endlich lernt, sich
diese Biester vom Buckel zu putzen und die Beine und Fühler abzubeißen
wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen.
Dieses
Saison war für unsere, wie auch für viele andere Imkereien, ein
ausgesprochenen schlechtes Honigjahr, dies konnte ich ja in den beiden
vorherigen Blogs bereits beschreiben. Der Winter war zu lang, das
Frühjahr zu feucht und der Sommer zu trocken. Und die erhoffte
Waldhonigernte ist aufgrund des Melezitose-Auftretens leider auch ins
Wasser gefallen. Trotz allem stehen unsere Völker doch recht gut da,
nach der Behandlung mit Ameisensäure und dem Einfüttern mit Bio-Zucker
sind sie für den Winter gewappnet.
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