Sonntag, 31. August 2014

Asiatische Großwespe eingeschleppt in Europa

Vespa Vellutina Nigrithorax
Dieser Artikel wurde uns von Dr.Alberto Dal Moro zur Verfügung gestellt. Dal Moro ist Imker und stammt aus Venedig, seine Bienenvölker stehen in der Provinz Venezien und im Bundesland Salzburg. Beruflich war er lange Jahre als Konsulent in Salzburg tätig.
Das Leben eines Bienenzüchters wird immer mehr zum Leidensweg. Nach den traditionellen Krankheiten der Bienen, kam vor 30 Jahren die Varroa destructor hinzu. Wir haben es nicht geschafft sie auszurotten, sondern wir haben eine Selektion dieser Milbe geschaffen, sodass es immer schwieriger wird, sie zu bekämpfen. Leider sind das der Unglücke nicht genug, denn im Jahr 2004 sind in Frankreich, in einem mit Terrakottavasen gefüllten Container, Königinnen im Winterschlaf der Vespa Vellutina nigrithorax, gelandet.
Um genau zu sein, das erste Vorkommen fand tatsächlich in "Lot e Garonne" im Südwesten Frankreichs statt. Hervorgerufen durch einen Ornitologen, den die ihm bis dahin unbekannte Vespe interessierte.Image

Vespa Vellutina nigrithorax  ist ein wenig kleiner als die europäische Hornisse. Die Königin erreicht eine Größe von 35 mm, die Arbeiterin 30 mm. Sie unterscheiden sich durch schwarze Brust und schwarzen Unterleib, wobei das 4. Segment des Unterleibs gelb ist, sowie auch die Beine gelb sind.

Ihr Stachel ist 6 mm lang. Die Nester werden mit gekauten Holzfasern hergestellt und erreichen eine Höhe von 1 m sowie einen Durchmesser von 80 cm.  Jedes Jahr im Herbst produzieren sie 150 – 200 Stifterköniginnen, die sich anschließend zum Überwintern einen geschützten Unterschlupf suchen um im Frühling ein neues Volk gründen zu können. Diese Wespen sind sehr aggressiv, auch gegenüber  Menschen und ihre Stiche können tödlich wirken. Gerade in diesen Tagen (offizieller Bericht aus Xinhua,China), kamen 41 Personen durch Stiche zu Tode und 1600 mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Für Bienenzüchter und Obstbauern bedeuten sie große Schäden.

In den Monaten August und September greifen die Wespen die Bienenstöcke an und  indem sie Bienen, Larven und Honig in ihr eigenes Nest bringen, zerstören sie das Volk. Schätzungen zufolge braucht ein Stock der Vespa Velutina mindestens ½ kg Bienen pro Tag, um ihre eigene Brut zu ernähren. Die Obstbauern erleiden deswegen große Schäden, weil sich die Wespe auch von Fruchtsaft ernährt und mit ihren starken Unterkiefern die Frucht zerstört.

Seit dem ersten Auftreten im Jahre 2004 hat die asiatische Wespe 1200 km² im Süden Frankreichs befallen. Allein im Gebiet um Bordeaux schätzt man an die 40.000 Nester. Von Frankreich aus befielen sie dann das Baskenland und sind heute in Nord-Katalonien und Portugal angelangt. Dieses Jahr wurden sie erstmals in Italien, in der Region Ligurien, gesichtet. Um sich zur Wehr zu setzen erfinden die Imker eigenständig Fallen, Netze oder Kleber, aber all diese Maßnahmen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. In Asien haben die Bienen in ihrer jahrtausende alten Entwicklung Abwehr-mechanismen entwickelt. Die Biene APIS CERANA z.B. umklammert die Wespe solange, bis im Inneren eine Temperatur von 45° C entsteht und die Wespe stirbt. In Europa dagegen begegnen die Bienen diesem Feind zum ersten Mal. Api Mellifera hat keine Abwehr-mechanismen gegen diesen übermächtigen Feind.

Die spanischen Behörden haben sich dieses Problems schon ernsthaft und geschlossen angenommen, auch die EU hat reagiert, aber bis jetzt nur mit Worten. Es ist natürlich, daß an erster Stelle die Verteidigung der Menschen steht, dagegen kann man mit der Feuerwehr ein schreiten. Aber außerhalb von Dörfern und Städten trifft es die Forstleute, Ranger und Bienenzüchter, die aber immer im Einvernehmen mit den Kommunen vorgehen müssen.  Trotz allem bin ich perplex über die konkreten Möglichkeiten zur Ausrottung dieser Insekten die nur dann möglich ist, wenn man die Königinnen eliminiert. Wir Imker stehen vor einem neuen, großen Problem.

Wenn die Nester jedoch nur dann sichtbar werden, wenn die Bäume das Laub verloren haben, ist es zu spät. Die Stifterköniginnen sind schon auf der Suche nach einem Winterquartier ausgeflogen und die Nester sind leer. Für unsere Bienenvölker und die Imkerei ist es nur eine Frage der Zeit bis sich die Wespe in Europa verbreitet hat.
Im Frühjahr 2013 ist die Vellutina in Ligurien (Norditalien) angekommen, im Herbst war sie im Piemont. In der Provinzstadt Cuneo wurden bereits mehrere große Nester entdeckt. Dies bedeutet, dass die Großwespe die Alpen bereits überschritten hat und zwischenzeitlich in der norditalienischen Poebene Einzug gehalten hat. Die Poebene birgt keine natürlichen Hindernisse, sie wird die Lombardei überqueren, dann das Veneto und über das Kanaltal Österreich erreichen. Maßnahmen sollten immer vor dem Eintreffen der Wespe eingeleitet werden um Panik zu verhindern. Österreich hat max. 5-7 Jahre Zeit um sich darauf einzustellen. Gerade wir Imker sollten uns keine Illusionen machen, dass wir von dieser Invasion verschont bleiben werden. Die Wespe wird kommen.
Jetzt ist es noch Zeit zu prüfen und zu organisieren, aus Maßnahmen zu lernen die in den ersten Ländern des Befalls getroffen worden sind. Es wird wichtig sein die asiatische Großwespe von Anfang an konsequent, effizient zu bekämpfen. Sonst wird die Milbe Varroa destructor in der Bienenhaltung zum geringsten Problem werden.

Dr. Alberto Dal Moro

Amerikanische Faulbrut

Was ist Amerikanische Faulbrut?
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die die Brut der betroffenen Bienenvölker befällt. Die Brut stirbt größtenteils ab, was zur Folge hat, das die Zahl der Bienen in dem Volk immer geringer wird und das Volk schlussendlich nicht mehr die notwendige Stärke aufweist, um zu überwintern.
Die Krankheit ist für den Menschen ungefährlich, der Honig kann ohne jede Einschränkung auch weiterhin verzehrt werden.
Die amerikanische Faulbrut gehört zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Der betroffene Bienenstand muss gesperrt werden und es muss ein Sperrbezirk eingerichtet werden. Im Sperrbezirk sind alle Bienenvölker und Bienenstände auf Amerikanische Faulbrut zu überprüfen und bewegliche Bienenstände und Bienenvölker dürfen von ihrem Standort nicht entfernt werden. Außerdem dürfen Bienen nicht in den Sperrbezirk eingebracht werden.
Die von der Faulbrut betroffenen Bienenvölker sind entweder zu töten (abzuschwefeln) oder mittels des Kunstschwarmverfahrens zu sanieren.
Die getroffenen Maßnahmen sind erst dann aufzuheben wenn durch zwei klinische Untersuchungen der restlichen Bienenvölker im betroffenen Bestand wie auch im Sperrbezirk keine Anzeichen für Faulbrut festgestellt werden. Eine dieser Untersuchungen kann dabei auch durch die Untersuchung einer Futterkranzprobe ersetzt werden.




Ein Beispiel der Faulbrutsanierung, des IV Wolfsburg, . https://www.facebook.com/pages/Imkerverein-Wolfsburg/444925225570660?id=444925225570660&sk=photos_stream

Donnerstag, 21. August 2014

Vorbereitung auf den Winter

Die Vorbereitung auf den Winter sind im vollen Gange. Einfügen, Varroa behandlung, Wabenhygene. 
In den kommenden Wochen werden die ganzen Völker mit 400 kg Zucker eingefüttert und danach nochmalig mit Ameisensäure behandelt. Damit die Bienenvölker durch den Winter kommen.

Montag, 11. August 2014

Sonnenwachsschmelzer

Da der alte Sonnenwachsschmelzer nicht mehr zu reparieren ging musste ein neuer her.
Hier ein paar Bilder von dem neuen.

Vorteil der neuen Sonnenwachsschmelzer ist das 11 DNM Waben rein gehen!
Beim alten waren es nur 4 Stück
 

Sonntag, 27. Juli 2014

Honig wirksamer als Kortison


Honig
Ein altes Rezept aus Persien: Kaffee-Honig-Gemisch bei Reizhusten. Nun fanden Forscher heraus: Das ist wirksamer als Kortison.
Von der Heilkraft des Honigs wussten schon die alten Ägypter. Nun liegt eine wissenschaftliche Studie aus dem Iran vor: Sie zeigt, dass eine Kombination aus Kaffee und Honig bei der Behandlung von Reizhusten wirksamer ist als Kortison. Die Erkältung ist weg, der Husten bleibt: Im Anschluss an einen Infekt der oberen Luftwege kann es zu anhaltendem Kratzgefühl im Rachen und anfallsartigen Hustenattacken kommen, einem sogenannten postinfektiösen Reizhusten.
Am Universitätskrankenhaus in Teheran erhielten Patienten mit postinfektiösem Reizhusten in einer randomisierten, doppelblinden Studie entweder 500 g Honig vermischt mit 70 g Instantkaffee oder 600 g eingedickten Zuckersaft mit 320 mg Kortison (Prednisolon) oder aber 600 g Zuckersaft mit einem hustenlösendem Arzneimittel (mit Guaifenesin). Die Patienten wurden angehalten, dreimal täglich einen Esslöffel (ca. 25 g) der Paste in einem Glas heißem Wasser aufzulösen und zu trinken.
Ergebnis: Das Honig-Kaffee-Gemisch erwies sich als hochwirksam, wirksamer als das Zucker-Kortison-Gemisch. Das hustenlösende Arzneimittel hatte in dieser Untersuchung kaum eine Wirkung.

Samstag, 26. Juli 2014

Wenn Biene und co. in den Mund stechen - Handeln Sie sofort

Die Sommerzeit lädt zwar zum Verweilen im Freien ein, doch wer draußen isst und trinkt, sollte sehr gut aufpassen. Insekten werden von den Gerüchen der Speisen und Getränke angezogen und können sich in einem unbeobachteten Moment darauf niederlassen. Wer nun ohne zweiten Blick in den Kuchen beißt, oder aus seiner Flasche trinkt, kann das Tier unfreiwillig in den Mund nehmen.
Diese Situation stellt auch für das Insekt eine Gefahr da und es sticht in vielen Fällen zu. Auch Bienen, die beim Stich sterben und daher nur bei lebensbedrohlichen Situationen stechen, reagieren auf den plötzlichen Aufenthalt im Mundraum meist auf diese Weise. Das Gift, das dabei abgegeben wird, kann für den Menschen zur Lebensgefahr werden. Da die Schleimhäute deutlich empfindlicher als die äußere Haut reagieren, muss nicht einmal eine Allergie gegen das Gift vorliegen und dennoch schwillt der Hals zu und es kann eine Erstickung drohen.

Zuerst 112 anrufen, dann den Patienten beruhigen und den Mundraum kühlen

Bei einem Stich in den Mund sollte daher in jedem Fall 112 gewählt werden und damit der Notruf erfolgen. Am Telefon sollte sofort beschrieben werden, dass ein Insektenstich in den Mund erfolgt ist und welche Beschwerden der Betroffene bereits hat.
Bis der Krankenwagen eintrifft, sollte jeder im Umfeld beruhigend auf den Patienten einwirken. Panik kann die Symptome verschlimmern. Wichtig ist, dass der Mundraum so gut es geht gekühlt wird. Das verringert die Schwellungen. Am besten kommen dafür Kühlbeutel oder Eiswürfel zum Einsatz, die zuvor in ein dünnes Tuch gewickelt werden. Man drückt sie auf die Wangen und den Hals.
Falls der Betroffene noch ohne Probleme schlucken kann, sollte er auch einen Eiswürfel in den Mund nehmen und so zusätzliche Kühlung von Innen ermöglichen. Beengende Kleidung sollte abgelegt und der Betroffene möglichst ruhig hingesetzt werden.

Abschied von Dr. Gerhard Liebig

  Dr. Gerhard Liebig ist am 19. Mai 2026 verstorben. Mit ihm verlieren die Imkerei und die Bienenkunde eine der prägenden Stimmen der letz...