Ca. 149.105 Imker mit insgesamt etwa 989.891 Bienenvölkern sorgen in
Deutschland für eine reich gedeckte Honigtafel. Den Markennamen Echter
Deutscher Honig kennen und schätzen rund 50 % aller Verbraucher. Damit
gehört Echter Deutscher Honig zu den bekanntesten Honigmarken in
Deutschland.
Die deutschen Imker mit ihren Bienen gehören zu den fleißigsten auf
der Welt. Jedes Bienenvolk produziert eine durchschnittliche Erntemenge
von 20–30 kg Honig. Zusammengerechnet ernten die deutschen Imker
15.000–25.000 t Honig pro Jahr – das entspricht etwa 20 % des Verbrauchs
in Deutschland.
Und dennoch könnte es mehr sein, denn die Nachfrage nach Echtem
Deutschen Honig übersteigt bei weitem das Angebot. Das liegt daran, dass
die Deutschen auf einem Spitzenplatz im weltweiten Honigverzehr liegen:
Rund 1 kg werden pro Kopf und Jahr „vernascht“.
Der D.I.B. hat es sich zum Ziel gesetzt, mit seinen derzeit 138.016
Mitgliedern, die Imkerei in Deutschland zu fördern. Denn die Betätigung
als Imker ist nicht nur ein ausgefallenes und naturverbundenes Hobby,
sondern kann auch ein lukrativer Nebenverdienst sein. Der Weg zur
eigenen Imkerei führt hier entlang.
Sie kommt immer näher: Die Asiatische Hornisse "Vespa velutina" gilt als
aggressive Bedrohung - zumindest für Honigbienen. Bald soll das
exotische Insekt auch Bayern erreichen.
Der neue Gegner der bayerischen Honigbiene
ist rund drei Zentimeter groß, kann rückwärts fliegen, in der Luft wie
ein Helikopter stehen und ist blitzschnell. Der Name: "Vespa velutina"
alias Asiatische Hornisse. Das Problem: Die heimische Biene kennt ihren
neuen Feind noch nicht, doch der lauert vor ihren Fluglöchern. Die
Folge: Das Bienenvolk stellt die Arbeit ein, verbraucht aber weiterhin
Nektar.
Der Exot aus dem südostasiatischen Raum ist laut
Europäischer Union eine der gefährlichsten invasiven Arten überhaupt -
für Imker eine ernsthafte Bedrohung. Wenn sie sich erstmal einrichtet,
ist es schwer nachzukommen: Die Asiatischen Hornissen bilden stabile
Populationen und haben wenige Fressfeinde oder Jagd-Konkurrenten in der
Gegend.
Was die Asiatische Hornisse von der heimischen unterscheidet
Zwar jagt auch die heimische Hornisse Honigbienen,
aber diese machen laut Bienen-Expertin Nicole Höcherl, vom der
Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, nur fünf Prozent
der Beute aus: "Bei der Asiatischen Hornisse sind es mindestens 37 bis
maximal 85 Prozent." Zudem sind die Völker mit 1000 bis über 2000 Tieren
viel größer, bei der einheimischen Hornisse sind es 400 bis 700.
Die Nistplätze der Asiatischen Hornisse befinden
sich meist in Baumwipfeln in mehr als zehn Metern Höhe und werden oft
erst im Spätherbst gefunden, wenn Laub von den Bäumen fällt. Dann können
die Königinnen, die ab September begattet werden und im nächsten Jahr
die Nester gründen, schon in ihr Winterquartier ausgeflogen sein.
In Europa wurde das
erste Exemplar der Art "Vespa velutina" im Jahr 2004 in Bordeaux
entdeckt, vermutlich durch Töpferware eingeschleppt. In Deutschland
konnte das erste Tier 2014 in Baden-Württemberg nachgewiesen werden. Im
September vergangenen Jahres identifizierten Wissenschaftler des
Centrums für Naturkunde der Universität in Hamburg erstmals ein lebendes
Exemplar. Ein halbes Jahr später, im Frühling 2020, fanden
Naturschützer ein ganzes Nest in der Hansestadt.
Laut Prognosen soll die Asiatische Hornisse bald die
Grenzen zu Bayern überfliegen. Das Würzburger Institut für Bienenkunde
und Imkerei des LWG Bayern etablierte deshalb ein bayernweites
Frühwarnsystem. Im Rahmen des Forschungsprojekts "BeeWarned" werden
Daten gesammelt, wann, wo und wie schnell sich das Insekt im Freistaat
ausbreiten wird. Jeder bayerische Imker sollte eine Asiatische Hornisse
sicher bestimmen können. Auch die Bevölkerung ist gebeten, mögliche
Sichtungen der neuen Art zu melden.
Unterschied zur "Mörder-Hornisse" in den USA
Die in den USA gefundene "Mörder-Hornisse" - nicht zu verwechseln mit "Vespa velutina"
In diesem Jahr wurde in den USA eine rund fünf
Zentimeter große Asiatische Hornisse gefunden, laut Entomologen eine der
größten Hornissen der Welt. Ihr Stachel soll für manche Menschen
tödlich sein. Daher wurde sie in den Medien auch als "Mörder-Hornisse"
oder "Honigbienenkillerin" betitelt. Allerdings: Bei dieser
Riesenhornisse handelt es sich um die eingeschleppte Art "Vespa
mandarinia", die in Deutschland nicht vorkommt. Die Stiche der Art
"Vespa velutina" seien hingegen nicht gefährlicher als die einheimischer
Wespenarten, sagt Höcherl.
"Vespa velutina" lassen sich gut von den etwas größeren, heimischen Europäischen Hornissen "Vespa crabro"
unterscheiden. Der Kopf der Europäischen Hornisse ist rötlich bis
schwarz gefärbt, die Asiatische Hornisse hat einen schwarzen Kopf mit
orangener Stirn. Der Thorax der Asiatischen Hornisse ist komplett
schwarz und der Hinterleib dunkler: Die vorderen Segmente sind schwarz,
nur die Spitze ist orange-gelb gefärbt. Die europäische Art weist
hingegen zur Spitze hin die wespentypische schwarz-gelbe Färbung. Die
vorderen Segmente sind rotbraun und schwarz.
Darf man Hornissen bekämpfen?
Die einheimische Hornisse "Vespa crabro"
In Frankreich werden Asiatische Hornissen unter
anderem durch großangelegte Fangaktionen mit beköderten Flaschen gejagt.
In der Schweiz rüsten sich der Forschungsanstalt Agroscope zufolge Bund
und Kantone mit einem Notfallkonzept und bilden Spezialisten aus, um
Nester zu zerstören. In Deutschland wäre ein solches Vorgehen laut
Naturschutzbund nicht erlaubt, da heimische und bedrohte Insekten
sterben könnten. Zum Beispiel die heimische Hornisse "Vespa crabro", die
unter Artenschutz steht. Experten warnen daher vor Anleitungen für
selbstgebaute Lockfallen aus dem Internet. Das könnte einen Verstoß
gegen die Bundesartenschutzverordnung zur Folge haben.
Die genauen Auswirkungen auf die heimische Tier- und
Pflanzenwelt seien noch nicht absehbar. Laut Naturschutzbund könne man
nur beobachten, inwieweit die Asiatische Hornisse Einfluss auf die
heimische Fauna haben wird - denn ihre Einwanderung nach Europa sei
inzwischen unumkehrbar.
1. Vorsitzender: Stefan Böhm , Auf dem Kampe 12 37520 Osterode Tel. 05522 5067526 E-Mail: imker.stefan.boehm@web.de
Einladung
Osterode, den 05.03.2023
Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Kreisimkervereins Osterode findet am Samstag, den 15. April 2023 um 14.30 Uhr In der Gaststätte Eulenhof statt.
Hierzu lädt der Vorstand herzlich ein.
Tagesordnung :
1. Begrüßung 1. Toten-Ehrung 2. Protokoll von der letzten JHV 3. Geschäftsbericht 2022 4. Kassenbericht 5. Bericht der Kassenprüfer 6. Bericht der Obmänner 7. Neuwahlen: - Honigobmann - eines Kassenprüfers 8. Verschiedenes
Ab ca. 15:30 Uhr hält der Bienenberater Stefan Lembke einen Vortrag über: Völkerführung unter Berücksichtigung der Varroa Problematik
Die Biene, an Organisationstalent, Fleiß und Mut ohnehin nur schwer
zu überbieten, trägt eine große Verantwortung auf ihren kleinen
Schultern. Sie spielt eine entscheidende Rolle in unserem Ökosystem und
ist eines unserer wichtigsten Nutztiere. Dennoch setzt ihr ausgerechnet
der Mensch massiv zu. Sie möchten gern etwas PRO BIENE tun? Los geht´s!
„Oh,
jetzt wurde ich gestochen.“ Andreas Vihs bleibt sehr gelassen, während
die Biene aus seiner Hand kullert. Sein Sohn Arik, längst selbst von der
Leidenschaft rund um die Biene gepackt, erklärt uns, dass ein Stich das
Ende eines Bienenlebens bedeutet. Wir haben nicht lange Zeit zum
Trauen. Es ist ganz schön was los am Bienenstock. Der Auftrag ist für
jede einzelne Biene ganz klar. Und die Struktur innerhalb eines Volkes
sehr beeindruckend. Der erste Tipp von Andreas Vihs, dem 1. Vorsitzenden
des Imkervereins Osterode:
„Am
besten nicht in der Nähe des Flugloches aufhalten.“ Die extra
positionierten Wächterbienen haben ein Auge auf Unregelmäßigkeiten. Wenn
das Summen immer höher und lauter wird, ist das ein Zeichen dafür, dass
man lieber Abstand nehmen sollte. Womöglich sind Sie dunkel gekleidet
und werden mit einem Bär verwechselt?!
Dazu
schwirren die ankommenden, mit Nektar beladenen Sammelbienen mit hohem
Tempo an den Bienenstock heran. Wenn es zu einem Stich kommt, war es
selten Absicht. „Die Bienen sind auf Sanftmut gezüchtet“, erklärt
Andreas Vihs. „Bei Gewitter zum Beispiel können sie aber auch schon mal
anders werden. Und natürlich, wenn man sie, auch wenn nur aus Versehen,
drückt.“ Er selber wird 20- bis 30-Mal im Jahr gestochen, erzählt er
uns. Der Körper gewöhne sich im Laufe der Zeit daran.
„Wer
sich mit dem Gedanken trägt, mit der Imkerei beginnen zu wollen, sollte
sich vorab unbedingt von einem Arzt testen lassen. „Ein kleiner Stich
kann, wenn eine Allergie noch unentdeckt ist, schwere Folgen haben.“
Dennoch
ist das Imkern, das Pflegen und Bekümmern der Bienenvölker eine
Beschäftigung, die einem, neben dem immer einzigartigen Honig,
unglaublich viel zurückgibt. Andreas Vihs hat sich in seiner Zeit in der
Schweiz vom „Bienen-Virus“ infizieren lassen. Hier kam er durch Zufall
mit einem Imker ins Gespräch, dessen Arbeit mit den Bienen ihn so
faszinierte, dass er – zurück in Deutschland – selbst damit begann. Dass
sein Sohn ebenfalls so fasziniert von den Bienen ist, ist ein doppelter
Segen, teilt er doch nun das Hobby mit seinem Vater, ist unglaublich
interessiert an allem, dabei ganz nahe an der Natur.
Dazu wird Nachwuchs auch bei den Imkern dringend gebraucht.
„Erfreulicherweise haben wir im Verein einige neue Mitglieder begrüßen
dürfen. Auch Corona hat den Zugang sicher verstärkt .“ Gerade bei jungen
Menschen spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle.
Ressourcen zu
schonen, regionale Anbieter zu stärken und etwas selbst zu
erwirtschaften, ist schwer angesagt. Dazu bestätigt Andreas Vihs noch
einmal, dass jede Bienenkiste im Garten oder auf einem Hausdach genauso
wichtig ist, wie jeder Quadratmeter blühende Wiese oder
bienenfreundliche Pflanzen im Freiland, ja sogar im Topf auf dem Balkon.
„Jeder Einzelne muss sich bewusst machen, dass zum Beispiel dieser
Trend „Steingarten“ für Insekten und Bienen eine entsetzliche Sache ist.
Dazu hat es die Biene im ländlichen Raum noch schwerer, weil auf großen
Flächen keine Beikräuter wie Kornblume, Mohn, Disteln etc. blühen und
der Wegesrand auch meist vor der Blühte gemäht wird. Die Vielfalt fehlt.
In der Regel dauert es dann zwei Wochen, bis sich die Trachtlücke
schließt und sie am Wegesrand wieder blühenden Blumen findet.“ Da hat es
die Biene in der Stadt schon leichter. Hier findet sie das ganze Jahr
Nektar, eine größere Vielfalt an Blumen und weniger
Pflanzenschutzmittel. Im Moment sammeln die Völker von Andreas Vihs
unter anderem die Blüten von der Linde, der Brom- und Himbeere. Klingt
schon jetzt sehr lecker.
„Es
findet sich nie zum Beispiel nur Raps im Honig. Die Biene sammelt jeden
Tag eine Blumen- oder Pflanzensorte. Wenn sie morgens mit der Apfelblüte
beginnt, sammelt sie den ganzen Tag Apfel.“ Tatsache ist, dass Bienen
mehr als 80% der Bestäubung aller Blüten- und Nutzpflanzen übernehmen,
so das Wachsen und Gedeihen unserer liebsten Nahrungsmittel überhaupt
erst möglich machen.
Da niemand auf sein Obst,
Gemüse und vieles mehr verzichten möchte, sollte Insektenschutz
eigentlich Pflicht sein, oder? Immerzu kommen Bienen in putzigen
Pollenhöschen angeflogen. Mit einer Flugstrecke von 3 Kilometern und der
fortlaufenden Sammelei erledigen sie einen Knochenjob. „Je näher die
Blüte am Stock ist, desto höher ist der Ertrag. Mit jedem Kilometer, den
die Biene fliegen muss, verbraucht sie Energie und damit das, was sie
gerade gesammelt hat.“ Auch ein Grund, warum Andreas Vihs aus
Eigenantrieb ganz in der Nähe der Bienenstöcke eine sogenannte Agroforst
aufgebaut hat. In der Agroforstwirtschaft werden Bäume und
Landwirtschaft miteinander kombiniert. Bäume, Wiesen, Weiden usw. so
zusammengestellt, dass Insekten ganzjährig Nahrung finden. Andreas zieht
eine Honigwabe aus der Beute. Die Bienen sind sehr entspannt und
spüren, dass er ihnen nichts Schlechtes will. Sie sind gerade dabei, den
Nektar einzutragen. So eine Wabe ist genau genommen ein Kunstwerk. Die
in Perfektion aneinander gesetzten Sechsecke aus Wachs können auf einer
Zarge bis zu 2 Kilo Honig fassen. Je nach Wetterlage sammelt ein Volk
innerhalb einiger Tage gut 25 Kilo des süßen Goldes ein.
„Die
Bienen tragen den Nektar in der Wabe von einer Zelle zur nächsten, um
sie zu trocknen und den Zuckergehalt aufzukonzentrieren. Auch durch die
Fächerbewegung der Flügel reduziert sich der Wassergehalt von 70 auf bis
zu 17 % herunter. Dann ist der Honig reif und kann geerntet werden.“
Andreas
Vihs hat gerade einen neuen Unterstand für die Wirtschaftsvölker
gebaut. Das sind die Bienen, die den Honig bringen. Die Bienenstöcke,
die ganz aus Holz bestehen und wie ein „Etagenhäuschen“ aufgebaut sind,
werden auch Holzbeuten genannt. Im unteren Teil findet sich der
Brutraum, darüber dann die Zargen, die nach und nach von den Bienen mit
Honig gefüllt werden. „Je nachdem, wie das Volk aus dem Winter
herauskommt, wächst es dann im Frühjahr mit zunehmender Temperatur und
Nahrungsangebot. Dann entstehen auch die Weiselzellen, in denen
zukünftige Königinnen heranwachsen. Die Larven werden mit kostbarem
Gelée Royal gefüttert. Kurz bevor die Jungkönigin schlüpft, zieht ein
Teil der Bienen mit der alten Königin aus, es bildet sich ein Schwarm.
Dann gehen Spurbienen auf die Suche nach einer neuen Behausung. Arik
erklärt uns: „Ausgezogene Königinnen und ihre Völker hängen zum Beispiel
oft in Bäumen. Die Trauben kann man im besten Fall herunterschütteln,
mit Wasser nass machen oder mit einem Besen herunterkehren. Die
eingesammelten Bienen setzt man zuerst in Fangkörbe, dann in einen
Brutraum, damit sich ein neues Volk bilden kann.“ Sollten Sie eine
solche Traube entdecken, ist es sicher besser, einen Fachmann
hinzuzuziehen. Die Vihs‘ bieten ihren Bienen übrigens aus gutem Grund
nur Holzbeuten zum Wohnen und Arbeiten an. „Wir sind seit 1,5 Jahren
zertifiziertes Bioland-Mitglied und verfolgen einen besonders
nachhaltigen Gedanken.“ Der Unterstand der Bienenstöcke ist übrigens
rundherum mit einer dicken Holzbohle gesichert. „Auch Tiere lieben den
Honig. Zum Beispiel Waschbären kratzen sich problemlos durchs dünne
Holz, um Honig zu naschen.“
Den vom Imkerverein Osterode
geernteten Honig können auch Sie erstehen. Damit fördern Sie die
Regionalität und kaufen ein Produkt, das nicht um die halbe Welt gereist
ist. (Etiketten lesen ist auch bei BIO Produkten sehr spannend.)
Er
schmeckt übrigens immer anders, hat, je nach Nektar, ein entsprechendes
Aroma. Noch schöner wäre es natürlich, wenn Sie sich dafür begeistern
könnten, sich aktiv für die Bienen Ihrer Region einzusetzen oder
womöglich das Imkern für sich zu entdecken. Sie denken jetzt, sie haben
doch gar keine Ahnung im Umgang mit Bienen? Das macht überhaupt nichts.
Beim Imkerverein Osterode, der in 2022 sein sagenhaftes 125-jähriges Jubiläum feiert, sind Sie zum Reinschnuppern immer
willkommen. Wenn Sie starten möchten, wird Ihnen ein erfahrener Pate
zur Seite gestellt, der Ihnen sicher viele wertvolle Tipps geben kann.
Vor dem Anschaffen eines Bienenvolkes sollte man über ein bestimmtes
Basiswissen verfügen. Zum Beispiel darüber informiert sein, dass die
Bienen über das ganze Jahr bekümmert werden müssen. Dadurch, dass der
Imker den Bienen den Honig „ihren Wintervorrat“ nimmt, müssen sie
gefüttert werden, und auch auf die Vermehrung der Varroamilbe muss
geachtet und gegebenenfalls Maßnahmen ergriffen werden. Wer Insekten und
Bienen zu Hause etwas bieten möchte und Platz hat, lässt etwas Totholz
in einer ruhigen Ecke liegen, einen Holzstamm oder auch Backsteine und
gebündeltes Schilf sind eine prima Nisthilfe. Gerade bei warmen
Temperaturen sollten Sie den Tieren eine Wasserstelle einrichten. Eine
Schale mit Moos und Steinen wäre optimal. In den Gartencentern und
Gärtnereien finden Sie spezielle bienenfreundliche Blühpflanzen, die
nicht nur hübsch aussehen, sondern den Insekten auch Nahrung liefern.
Die Saat für eine üppige Blumen- und Kräuterwiese bringen Sie am besten
im Frühling aus.
Wenn Sie sich aus erster Hand informieren
lassen möchten, besuchen Sie die Internetseite des „Imkervereins
Osterode und Umgebung“ aus 1897 – www.imkerverein-osterode.de.
Die
Homepage des Vereins, der im kommenden Jahr sein 125-jähriges Jubiläum
feiert, konnte durch Fördermittel und die freundliche Unterstützung der
Sparkasse Osterode am Harz realisiert werden. Hier finden Sie zukünftig
viel Wissenswertes über die Biene, natürlich den direkten Draht zu
erfahrenen Imkern und den Aktionen des Vereins. Bei der Sparkasse
Osterode wurde den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz von jeher viel
Beachtung geschenkt. Dem Imkerverein Osterode diesen digitalen Schritt
zu ermöglichen und Interessierten im Internet eine direkte Brücke zum
Verein zu bauen, war ihr ein Anliegen. Aber auch in der realen Welt
wurde in den letzten Jahren viel getan, um der Natur etwas
zurückzugeben. Zum Beispiel zusammen mit Konfirmandinnen und
Konfirmanden im Altkreis Osterode Bäume und Sträucher verschiedenster
Art gepflanzt, um den neuen Lebensabschnitt der jungen Menschen zu
ehren, gleichzeitig etwas für die Zukunft zu tun. In Schwiegershausen
wurden in diesem Jahr zum stolzen 30. Mal Bäume gesetzt und ist hier,
dank der Stiftung der Sparkasse Osterode, schon eine richtige kleine
Obstplantage entstanden, von der auch geerntet werden darf. Damit es
eine Ernte gibt, sind vor allem die Bienen und eine reichhaltige
Bestäubung unerlässlich. Ihnen müssen wir mehr Wohn- und Lebensraum
schaffen.
Die 30 involvierten Beschäftigten waren sehr begeistert dabei und
steckten viel Herz und Können in dieses wunderbare Projekt. Eigneten
sich dafür auch eine Menge Fachwissen an, denn nur hübsch aussehen hilft
ja nicht. Die Tiere müssen sich sehr eingeladen fühlen und dürfen sich
zum Beispiel nicht an noch so kleinen scharfen Kanten verletzen. In der
Tischlerei in der Werkstatt Northeim entstanden so sechs perfekt
durchdachte Unterkünfte für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge & Co,
dessen naturbelassene Einschübe für jedes Insekt den passenden
Unterschlupf bieten. Sie können problemlos erneuert und nachgerüstet
werden (den Bericht über den Insektenhotel-Bau lesen Sie in der USCHI No
21). Mittlerweile stehen die schicken „S“-Hotels an den
Sparkassen-Filialen Osterode, Hattorf, Förste und Herzberg. Auch in Bad
Sachsa dürfen sich die Insekten bald über so ein attraktives Domizil an
ihrer Hausbank freuen. In Bad Lauterberg wird aktuell noch nach dem
perfekten Platz dafür gesucht. „Unsere Region liegt uns sehr am Herzen“,
ließ uns Thomas Toebe, Vorsitzender der Sparkasse Osterode am Harz,
bereits beim gemeinsamen Besuch der HWW wissen. „Jedes Unternehmen und
jeder Einzelne von uns muss sich mit dem Thema Nachhaltigkeit
auseinandersetzen und vor allem verstehen.“
Wer sich inspiriert
fühlt, als erfahrener oder Neu-Imker egal welchen Alters Spaß an der
beeindruckenden Welt der Bienen hat, Austausch sucht, oder etwas lernen
will, wendet sich gern an den Imkerverein Osterode.